Collies - Pflege, Haltung und Rassebeschreibung

Hunderasse Collie

Hunderasse Collie

Der Collie ist eine robuste, mittelgroße und wunderschöne Hunderasse mit einem außergewöhnlichen Ruf.

Über Fernsehen und Kino ist der Collie erst richtig populär geworden. Wer kennt nicht den berühmten Collie „Lassie“?

Hauptsächlich wurde der Collie als Hütehund eingesetzt. So ist er mit den Jahren ein liebevoller Begleit- und Familienhund geworden, der viel Beschäftigung und Auslauf braucht.

Er wird in zwei Varianten unterteilt, dem Langhaarcollie Collie Rough und dem Kurzhaarcollie Collie Smooth.

Hunderasse Collie

Alles über den Collie

Die Geschichte vom Collie

Schon seit dem 13 Jahrhundert existiert nachweislich der Schottische Schäferhund. Er wurde hauptsächlich in den Hochmooren als Hütehund von Schäfern genutzt. Sein Name ist eine Ableitung von den Schafen mit schwarzen Beinen und Köpfen, die Colleys genannt wurden. So hieß er erst der Colley Dog, was später in Collie umgewandelt wurde.

Nach Überlieferungen ist der Collie eine Kreuzung zwischen dem romanischen Herdenschutzhund und dem in den Alpen ansässigen Spitz. Römischen Truppen brachten den Herdenschutzhund mit nach Gallien und Germanien. Der Spitz war von den Hochalpen bis in die Wikinger und Gotengebiete weit verbreitet. Durch die Wanderungen Germanischer Völker kam er auf die Britischen Inseln und Island. Dort wurde er jahrhundertelang auf den Inseln von Schafzüchtern isoliert gehalten. Die Schafzüchter legten einen großen Wert auf die besondere Zeichnung des Hundes, damit sie in den Highlands und Hochmooren leichter zu sehen waren. Dadurch entwickelte sich das rassetypische Merkmal des Collies.

Als Königin Victoria sich im schottischen Balmoral aufhielt, lernte sie den Collie kennen und lieben. Sie wurde fortan ein Förderer dieser Rasse und verschenkte sie großzügig an Königshäuser in ganz Europa sowie an Diplomaten. Ihre schwarze Colliehündin Gypsy wurde berühmt als sie 1868 im Park von Schloss Windsor beerdigt wurde. Königin Elizabeth, genannt Queen Mum, führte diese Tradition fort.

In England gründete sich 1840 der „Collie Club“, welcher 1858 die Anerkennung der Rasse durchsetzten.

Auf der Dog Show in Birmingham 1861 trat der Collie erstmals in Erscheinung. Dort wurde der Collie „Jeho“ von Herrn Siviter ausgestellt und ging in der Klasse „Sheepdogs of all Varieties“ an den Start.

Als Stammvater aller modernen Collies trat 1871 der Collie namens „Old Cocki“ in Erscheinung. Da er einen massiven und plumpen Körperbau hatte, entsprach er nicht dem heutigen Rassestandard. Mit dem Collie „ Metchley Wonder“ wurde in der vierten Generation der Collie Typ gezüchtet der dem heutigem Rassestandard entspricht, welcher 1881 festgelegt wurde.

Da der Collie schnell weltbekannt wurde, gilt er in Australien als der Urvater des Australian Cattle Dog sowie des Kelpies. In Russland soll er auch bei der Zucht des Barsoi mitgewirkt haben. Auch wurde er zur Einkreuzung vieler anderen Hunderassen weltweit benutzt.

Rasse Collie Rassestandard

Der Collie im FCI Rassestandard

Beide Colliearten, Langhaar – sowie Kurzhaarcollies, sind anerkannte Hunderasse und werden wie folgt im FCI Rassestandard aufgeführt:

  • Ursprungsland: Großbritannien
  • Standardnummer: Langhaarcollie 156, Kurzhaarcollie 296
  • Widerristhöhe: Rüde 56 – 61 cm, Hündin 51 – 56 cm
  • Gewicht: Langhaarcollie nicht festgelegt, Kurzhaarcollie Rüde 20,5 – 29,5 kg Hündin 18 – 25 kg
  • Verwendung: Liebevolle und anpassungsfähige Hunderasse mit vielen Einsatzgebieten
  • FCI Gruppe: 1 der Hütehunde und Treibhunde ohne Schweizer Sennenhunde
  • Sektion: 1 Schäferhunde ohne Arbeitsprüfung

Der Charakter vom Collie

Der Collie ist ein sensibler und ruhiger Begleithund, der als sehr anpassungsfähig gilt. Keinen falls darf er ängstlich oder nervös erscheinen.

Seinem Besitzer wird er aufmerksam, anhänglich und sanft gegenübertreten. Reserviert wirkt er Fremden gegenüber, der Collie wird sie anmelden, aber dann überlässt er es gern seinem Frauchen oder Herrchen sich weiter um den Fremden zu kümmern. Da der Hütehund in seinen Genen steckt, ist er immer für eine Zusammenarbeit mit seinen Familienmitgliedern bereit. Eine Höchstleistung an Ausdauer oder Arbeitswillen darf man aber nicht mehr erwarten, denn er ist über Jahre hinweg nur noch als Showhund gezüchtet worden. Das bemerkt man an seinem Gang, der sehr majestätisch wirkt. Der Collie möchte gern gesehen werden und Aufmerksamkeit bekommen.

Darüber hinaus ist der Collie sehr lernwillig und wissbegierig und zeichnet sich durch einen große Loyalität gegenüber seinem Besitzer aus.

Der Collie ist nicht geeignet für die Zwingerhaltung, als Wachhund oder als isolierter Familienhund. Gern hat er noch einen Artgenossen um sich.

Der Körperbau

Zwei Varianten des Langhaarcollies werden heutzutage gezüchtet, der britische und der amerikanische Typ, dazu etliche Showlinien.

Der Britische Langhaarcollie wirkt eleganter. Er ist bis 61 cm groß und bringt bis 25 kg auf die Waage. Der Langhaarcollie hat ein durchmischtes Ober und Unterfell, wobei die Unterwolle seidiger erscheint. Im ganzen wirkt der Langhaarcollie flauschiger.

Die amerikanische Variante ist nach dem AKC Standard bis 66 cm groß und wiegt bis zu 34 kg. Der Collie besitzt einen kräftigeren Schädel und hat größerer Augen. Er wirkt im ganzen gewaltiger. Das Deckhaar kann man von der Unterwolle besser unterscheiden. Da seine Unterwolle nicht so üppig ist, neigt er weniger dazu zu verfilzen. Der amerikanische Standard erlaubt zudem auch andere Farbschläge, welche im FCI Standard nicht erlaubt sind.

Im allgemeinen sind Collies kräftige Hunde, die nicht grob wirken.

Der Collie besitzt einen flachen Schädel, bei dem die Augen etwas schräg angesetzt und mittelgroß sind. Die dunkelbraunen Augen sind mandelförmig. Bei merlefarbenen Collies sind die Auge oft blau bzw blaugefleckt. Seine Augen geben dem Collie ein liebevolles Aussehen und man bekommt das Gefühl das er ein immer anlächelt.

Die Ohren sind weder zu weit noch zu nahe beieinander angesetzt. Sie sind in der Ruhe am Hinterkopf zurück gelegt. Sobald aber etwas die Aufmerksamkeit des Collies erregt, trägt er die Ohren nach vorn gebracht und halb aufrecht. Denn das obere Drittel des Ohres kippt auf natürliche Weise nach vorn runter, bis unter die waagerechte Linie der Kippfalte. Der Fang des Collies ist am Ende gut abgerundet und stumpf mit einem kräftigen Kiefer. Der Collie hat einen kräftigen, gut gewölbten Hals, der von angemessener Länge ist. Seine Brust sitzt tief und die Rippen sind gut gewölbt, zudem ist sein Rücken fest. Die Rute ist lang und buschig, am Ende ist sie knöchern und reicht mindestens bis zu den Sprunggelenken. Sie wird in der Ruhe tief getragen wobei die Spitze leicht aufgebogen ist. Höher wird die Rute bei Erregung getragen. Er hat gut gepolsterte Ballen welche oval sind.

Collie Körperbau Zeichnungen

Den Collie gibt es in drei verschieden Farbvarianten: dem Zobel oder auch Zobel und weiß, tricolor und blue merle.

Beim Zobel ist jede Schattierung, von hellem Gold bis zum satten Mahagoni, vertreten. Ein cremefarben oder hell strohfarben ist nicht erwünscht.

Der tricolor Collie ist vorwiegend schwarz mit satten kohlefarbenen Abzeichen, welche sich am Kopf und den Beinen befinden. Hier ist ein Rostschimmer höchst unerwünscht.

Vorwiegend ein klares silbernes Blau mit schwarzen Flecken oder schwarz marmorierten Abzeichen ist beim blue merle Collie zu finden. Dabei sind satte lohfarbene Abzeichen gern gesehen. Es ist aber nicht schlimm wenn diese Abzeichen fehlen. Schieferfarben, ein Rostschimmer oder große schwarze Flecken in der Unterwolle oder Deckhaar sind hier auch nicht erwünscht. Trotz all der Farben sollte der Collie die typischen weißen Abzeichen aufweisen. Diese sind eine weiße Brust, Pfoten, Beine, Halskrause und Rutenspitze. Auf dem Schädel oder Vorgesicht darf er eine Blesse haben.

Den Umrisslinien des Körpers passt sich sein Haar gut an und ist sehr dicht. Im Gesicht ist das Fell glatt und kurz, zu dem Ansatz der Ohren hin ist der Collie mehr behaart. An den Spitzen der Ohren ist das Fell auch wieder glatt und kurz.

Die Lebenserwartung vom Collie

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Collies liegt beim bei 12 Jahren. Da der Collie eine sehr vitale Hunderasse ist, kann es auch schon mal vorkommen, dass er bis zu 15 Jahre alt werden kann.

Ausreichende Bewegung und auch geistige Förderung, sowie eine hochwertige und abwechslungsreiche Ernährung, wirken sich positiv auf die Lebenserwartung aus.

Krankheiten beim Collie

Auch beim Collie treten rassetypische Erkrankungen auf.

Seit Anfang der 1980 er Jahre ist bekannt, dass der Collie auf bestimmte Medikamente allergisch reagiert, von vereinzelten Sterbefälle ist hier auch die Rede. Es wurde in dem Zusammenhang vom „Ivermectin empfindlichen Collie“ gesprochen. Es können dabei Erbrechen, Bewegungsstörungen, Koma vorkommen, die bis zum Tod in führen können. Es haben Molekulargenetische Forschungen gezeigt, dass der MDR1-Defekt die Ursache dieser Empfindlichkeit ist.

Die Dermatomyositis, eine genetisch bedingte Haut-Muskel-Erkrankung, tritt gehäuft bei Junghunden auf.

Der Collie leidet auch unter der sogenannten Collie Eye Anomaly, die nach der Rasse benannt wurde. Dabei kommt es zu einer Behinderung der Sehkraft die bis zur Blindheit führen kann.

Auch können durch das Merle-Gen erhebliche gesundheitliche Störungen auftreten. Dabei handelt es sich um eine Gen-Mutation, die zu einer Aufhellung der Fellfarbe führt. Auch können schwere Missbildungen auftreten, die zur Taubheit, Blindheit oder sogar zu einer frühen Sterblichkeit führen können. Daher sollte die Züchtung von merlefarbenen Collies sehr durchdacht werden. In der Regel nehmen seriöse Züchter vor der Verpaarung einen Gentest vor. Dem erwachsenen Zobelfarbenen Collie sieht man es nicht mehr an, ob sie das Merle-Gen in sich tragen.

Collie Erziehung und Training

Wie erziehe ich einen Collie

Bei der Erziehung eines Collies gelten die Grundsätze, die auch bei anderen Hunderassen zu beachten sind. Man sollte beim Collie im frühen Welpenalter schon mit der Erziehung beginnen und sein Wesen dabei beachten. Da der Collie auf den Rudelführer fixiert ist, wird er sich ihm unterordnen. Das setzt eine Menge Vertrauen gegenüber dem Menschen voraus. Durch seinen sensiblen Charakter wird hier vom Erzieher viel Ruhe verlangt. Da der Collie ein ausgesprochener Spätzünder ist, verlangt seine Erziehung auch viel Geduld. Aber auch Lob und Zuspruch benötigt der Collie. So mag der Collie keine strenge Hand. Sollte er dennoch mal die Grenzen überschreiten, reicht ein bestimmendes Aus oder Nein.

Für sein natürliches Sozialverhalten benötigt der Collie auch Kontakt zu gleichaltrigen Artgenossen. Hier bietet sich einen Hundeschule hervorragend an.

Aufgaben und Beschäftigung

Der Collie ist von Natur aus ein Arbeits- und Gebrauchshund, demzufolge hat er auch viel Bedarf an sinnvoller Beschäftigung, auch geistiger Art. Hier ein paar Vorschläge, wie Sie Ihren Collie beschäftigen und auslasten können:

  • Agility
  • Obedience
  • Dog Dancing
  • Ausbildung zum Begleithund
  • Hundesportverein

Durch das sensible und liebevolle Verhalten des Collies, kann er auch zum Therapiehund ausgebildet werden.

 

Collie Welpen kaufen

 

Einen Collie kaufen

Kleine Colliewelpen sind wie alle Welpen einfach unwiderstehlich. Aber vor der Anschaffung sollten man sich einige Fragen stellen. Zum Beispiel „Habe ich genügend Platz oder Zeit mich mit dem Collie zu beschäftigen?„.“ Ist Hundehaltung überhaupt gestattet? “ Denn der Collie hat viele Ansprüche, denen man gerecht werden sollte. Wenn es dann wirklich ein Collie werden soll, sollte man bei einem seriöse Züchter kaufen. Gute Züchter sind im „Verband für das deutsche Hundewesen“ kurz VDH zu finden. Oft bietet es sich auch an Colliezüchter untereinander zu vergleichen, denn ein Colliewelpe kann schon mal eine beträchtliche Summe kosten. Von sogenannten Schnäppchen sollte Abstand genommen werden.

Der Collie – Die Ernährung

Beim Collie gibt es, wie bei allen anderen Hunderassen, keine spezifischen Anforderungen an das Futter. Es ist wichtig den Collie artgerecht mit hochwertigen Futter zu ernähren. Welches Futter jetzt das Beste ist, ist ein Thema welches sehr stark polarisiert. Aber man sollte sich davon nicht verrückt machen lassen, denn der Collie ist genau so ein Individualist wie der Mensch. Manches wird dem Collie schmecken, anderes wieder nicht.

Kleine Leckerli oder Snacks zur Belohnung darf der Collie gern mal zwischen durch bekommen. Keinesfalls sollten Essensreste oder gar Süßes gegeben werden. Dem Collie sollte auch immer genügend frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Die Pflege

Beim Collie, besonders bei der Langhaarvariante, kommt oft der Trugschluss auf, dass er besonders viel Pflege benötigt. Dem ist nicht so, er braucht die gleiche Pflege, wie die meisten Hunderassen. Regelmäßiges Abbürsten einmal die Woche vom Kopf über den Rücken und zur Seite bis hin zur Rute reicht in der Regel vollkommen aus. Alle 2 bis 3 Wochen sollte der Collie dann gründlich durch gebürstet werden. Täglich sollte der Collie gebürstet werden, wenn er einen Fellwechsel vollzieht. Hinter den Ohren sollte öfters kontrolliert werden, da sich hier schnell Verfilzungen bilden.

Sollte sich der Collie mal sehr schmutzig machen und es wird ein Bad nötig, dann verwenden Sie ein mildes Hundeshampoo oder ph-neutrales Babyshampoo, damit die natürliche Schutzfunktion des Fells nicht zerstört wird.

Regelmäßig sollten die Augen, Ohren und das Gebiss kontrolliert werden. Wenn sich Schmutz an den Augen oder in den Ohren gesammelt haben sollte, wischen Sie diesen mit einem weichen Lappen weg. Immer vom Auge weg und aus dem Ohr heraus. Wenn sich beim Collie leichter Zahnstein gebildet hat, gebe Sie ihm einen Kauknochen.

Schauen Sie sich auch regelmäßig die Pfoten und Krallen an. Wenn das Fell zwischen den Ballen zu lang geworden ist, schneiden Sie es mit einen Effilierschere etwas zurück. Auch die Krallen sollten geschnitten werden, wenn sie sich nicht auf natürliche Weise ablaufen. Vergessen Sie dann nicht die Wolfskralle.